Erwartung und Hoffnung

Erwartung und Enttäuschung gehören zusammen wie Eiweiß und Eigelb. Außen befindet sich die Erwartung und innen die Enttäuschung. Eine positive Erwartung nennen wir Hoffnung. Viele von uns hoffen darauf, dass etwas in ihrem Leben sich verändern möge. Das Hoffen versetzt uns in einen Zustand der Passivität. Wir wünschen uns, dass etwas von außen kommen  möge, das unser Leben positiv verändern wird.

Wenn wir wollen, dass etwas sich in unserem Leben ändert, dann sollten wir nicht darauf hoffen. Eine der größten Hoffnungen in unserem Land ist das Lottospiel. Mit unserem Spieleinsatz hoffen wir auf den großen Gewinn. Eine weitere Institution, welche mit viel Hoffnung aber auch viel Hoffnungslosigkeit arbeitet, ist das Arbeitsamt.

Es ist besser nicht zu hoffen, sondern zu handeln. Solange wir irgendetwas in dieser Welt bewegen können, sollten wir handeln und nicht hoffen. Hoffen können wir, wenn wir selbst absolut nichts mehr tun können, nicht aber wenn dies nur so scheint. Immer wenn wir anfangen zu hoffen, sollten bei uns die Alarmleuchten angehen. Wir sollten uns sofort fragen, was können wir dafür tun, um das zu bekommen, auf das wir hoffen.

Wenn wir das Gefühl haben, dass wir etwas durch keine Anstrengung auf der Welt bekommen können, dann sollten wir auch nicht darauf hoffen, es zu bekommen. Es ist viel besser daran fest zu glauben etwas zu bekommen, als zu hoffen etwas zu bekommen. Mit einem festen Glauben können wir viel in Bewegung bringen. Es heißt ja nicht umsonst, dass der Glaube Berge versetzt. Eine feste Hoffnung bleibt, so groß sie auch sein mag, immer noch eine wage Sache.

Sicherlich ist Hoffnung immer noch besser, als Resignation. Aber seien wir gewarnt, da wo viel Hoffnung ist, da ist auch der Zweifel nicht weit.

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