Wer bist Du?

Glaube mir, du hast kein Ende und keinen Anfang. Das, was Du tief in Dir als Dein Ich erlebst, hat kein Ende und keinen Anfang. Dieses Ich, Dein wahres Ich, ist ewig. Manche nennen dieses Ich auch den Zeugen, den Beobachter. Dieses Ich, das Du bist, das wir sind, ist sich seiner selbst bewusst. Du weisst, dass Du bist, nicht wahr.

Es gibt also das Sein und das Wissen vom Sein, das Bewusstsein. Wenn wir uns die Frage stellen, wer wir sind, dann fällt uns vielleicht unser Name ein. Doch Du kamst namenlos in diese Welt. Wir erinnern uns an unsere vergangenen Erfahrungen, wie wir als Kinder waren. Wir erinnern uns vielleicht an Schmerzhaftes oder an Freudiges. Diese Erfahrungen sind etwas, das wir manchmal für uns halten. In unserer Erinnerung verschmelzen wir mit diesen Erfahrungen, die wir gemacht haben. Es tauchen schemenhaft Bilder auf oder wir erinnern einen Klang, einen Geruch, ein Gefühl. Auch haben wir Dinge um uns herum, die uns gehören. Auch über diese identifizieren wir uns ein Stück mehr oder weniger.

Natürlich ist unser Körper, das Ding, womit wir uns am meisten identifizieren. Viele unserer Erfahrungen, die uns ein Gefühl von Identität geben, sind eng mit unserem Körper verbunden. Wir denken vielleicht, wir sind unser Körper. Vergeht unser Körper, vergehen auch wir. Ist es so? Ist es wirklich so? Mit der Identifikation ist das so eine Sache. Identifikation gibt uns ein Gefühl von Identität. Doch für diese Identität bezahlen wir mit Angst. Wir bezahlen mit der Angst des Verlustes dieser Identität. Wir bezahlen mit der Angst vor dem Tod.

Alle Angst mündet letztlich in die Angst vor dem Tod. Oder anders ausgedrückt, mit der Angst vor dem Ende. Angst endet, wenn wir nicht identifiziert sind, sondern einfach sind. Im reinen Sein gibt es keine Angst. Also, wenn Du Angst hast, dann liegt es daran, dass Du identifiziert bist. Du setzt Dich mit etwas gleich, was Du nicht bist. Ich weiß, Angst gehört zu diesem Leben. Wir, beziehungsweise diese Existenz in einem Körper, ist sehr verletzlich.

Trotzdem sollte Dich niemals die Angst regieren. Die Angst sollte besser ein Hinweis sein, dass Du gerade mit etwas identifiziert bist, das Du zum Beispiel fürchtest, zu verlieren. Du kannst entscheiden, ob Du mit dieser Angst sein willst oder nicht. An Deinem wahren Sein ändert dies nichts. Es bleibt davon unberührt, wie es von allem unberührt bleibt, was vergeht oder sich verändert.

Deine Antwort auf die obige Frage könnte also lauten: Ich bin!

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